Diskussion zu den Grundsätzen der Wissenspolitik
Vorab erstelltes Papier der Grunsätze, welches zur Diskussion gestellt wurde:
Wissen
Wissen ist eine mächtige Ressource: Wissen ermöglicht eigenständiges Denken, Entscheiden und Handeln. Wissen schafft Freiheit von vorgefertigten Meinungen und schützt vor (populistischer) Manipulation. Wissen ist Grundlage der Demokratie und des gesellschaftlichen Zusammenlebens. Durch Wissen erschließen wir uns eine partnerschaftliche Welt, entfalten unsere menschlichen Potenziale und schaffen Mehrwert in Familie, Wirtschaft und Gesellschaft. Wissen verwandelt sich dadurch in geistigen und materiellen Wohlstand.
Die Wissenspartnerschaft versteht Wissen als eines der wichtigsten und weitreichendsten Handlungsfelder politischen Gestaltens und fordert eine wesentlich engagiertere Wissenspolitik, die durch Partnerschaft und Vielfalt ausgezeichnet ist. Geistige und physische Räume als Nährboden für kreatives Denken, Kommunizieren und Handeln sollen entwickelt und verteidigt werden. Wissensfeindliche Strukturen und Kulturen sollen verändert und erneuert werden.
Auf Basis einer differenzierten Auseinandersetzung mit dem intellektuellen Erbe gestaltet die Wissenspartnerschaft eine selbstbewusste, kritische und zukunftsorientierte Kultur des Wissens.
Partnerschaft
Wissen verstehen wir als Aufgabe aller: jede individuelle Person, Organisationen und die öffentliche Hand tragen gleichermaßen Verantwortung sowohl für das eigene als auch für das gemeinsame Wissen. Durch das Teilen von Wissen entstehen Verständigung, Entwicklung und Wohlstand für alle.
Das Wissen der Gesellschaft ist spezialisiert und verteilt, niemand kann alles wissen. Um die großen Herausforderungen der Zeit bewältigen zu können, bedarf es der engen Zusammenarbeit und des vertrauensvollen Austausches von Wissen – auf globaler Ebene als auch auf nationaler Ebene. Die Entwicklung von Partnerschaften soll auf allen und über alle Gesellschaftsbereiche hinweg gefördert und unterstützt werden. Österreich engagiert sich global für eine partnerschaftliche Wissenspolitik und schafft öffentliche Räume für gesellschaftsübergreifende Zusammenarbeit und einen offenen, Zukunftsdialog.
Eine Wissenspartnerschaft verbindet Generationen und überbrückt kulturelle und soziale Unterschiede. In gegenseitiger Wertschätzung können alle voneinander und miteinander lernen. Dadurch entstehen eine gemeinsame Identität und neue Ideen für eine gemeinsame Zukunft.
Vielfalt
Die Wertschätzung der vielfältigen Potenziale und die Förderung von individuellen Talenten bilden Grundlagen für den persönlichen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Erfolg. Die Wertschätzung des besonderen und anderen Wissens scheitert oft vor der Angst vor dem Unbekannten. Das eigene Nicht-Wissen erfordert ebenso wie das Fremde und Nicht-Vertraute eine Auseinandersetzung, eine Bereitschaft zuzuhören. Gelingt diese Form der Wertschätzung, finden wir in Österreich – und der Welt, die mit dem Land verbunden ist – einen geistigen, kulturellen und sozialen Reichtum vor, der uns ermutigen kann.
Vielfalt in allen gesellschaftlichen Bereichen – Politik, Bildung, Wissenschaft, Medien, Wirtschaft, Kultur, Religion uvm. – bietet die Chance auszuwählen, Individualität zu stärken und eigene Entscheidungen zu treffen.
Die Freiheit und Würde der Menschen sowie deren Sicherheit und Gesundheit stehen immer über der ökonomischen Verwertbarkeit von Wissen. Der Schutz und die Bewahrung der kulturellen Vielfalt sind ebenso Anliegen der Wissenspartnerschaft wie der Schutz und die Erschließung des vielfältigen Wissens der Natur.
Intersubjektiv vereinbartes Wissen ist Gemeingut
Sprache, Erinnerung, Gebräuche und Wissen sind für die Entstehung jedes materiellen und nicht-materiellen Guts unabdingbare Voraussetzungen. Keine wissenschaftliche Produktion, keine kulturelle Äußerung und somit kein Resultat des Wissens kann ohne die Vorleistungen anderer und ohne Einbettung in unser gesamtes kulturelles Erbe entstehen und verständlich mitgeteilt werden.
Wissen - als gesellschaftlich vereinbartes Gedankengut (z.B. die Erde dreht sich um die Sonne und nicht umgekehrt) - ist ein Gemeingut, das allen zur Verfügung steht und das für alle frei zugänglich bleiben muss. Wie bei allen Gemeingütern müssen auch für Wissen Regeln für den gleichberechtigten Umgang erstellt und von einer engagierten Öffentlichkeit vertreten werden.
In Fortsetzung des bisherigen umfassenden Erbes an Wissen müssen auch die Leistungen der Gegenwart für kommende Generationen frei zugänglich bleiben und daher in einer nicht ausschließenden Weise weitergegeben werden. Dies gilt ganz besonders in einer stark digitalisierten Welt, die einerseits die Vervielfältigung erleichtert und andererseits dazu verführt, wirtschaftliche Interessen durch eine Einschränkung der freien Weitergabe zu vertreten.
Ergebnisse vom 19.10.2010 aus den Kleingruppen zur Diskussion der Grundsätze der Wissenspolitik:
Wissensbegriff:
· Definition “Was ist Wissen?“ -> versus Bildung
· zuerst mit der Begriff definiert werden -> dann kann man sich mit Wissenspolitik beschäftigen -> darauf hin kann einen Wissensstrategie entwickelt werden
Adressatenfrage?
· Verständliche Formulierung (Darstellung/ Bilder)
· Definition notwendig
- die Vielfalt inkludiert Erfahrungswissen und Praxiswissen
- Missbrauch bei der (Ver-)Teilung von Wissen in der Gesellschaft
Wissen
· Wichtig ist u.a. der reale Nutzen
· Rahmenbedingungen für Aufbau/Nutzen von Wissen
§ Bildung
§ Finanzielle Mittel
§ Darstellung
§ u.v.m
· Was ist die Zielrichtung des Wissens? Zweck?
· Wissen ermöglicht Bildung von Werten
· Gleichberechtigt er Zugang zu Wissen/ Bildung
Wissen ist:
· individuell geprägt
· etwas Organisches
· Wissen – Macht – Manipulation
· Wissen ist Wert - Ethik stärken
· Wissen ist Kultur
o Im Unternehmen
o In Familien
o Im Land
· Macht ist Wissen…
o …wie's geht…
o … wer…
o …wo… möglich
o Was in die Lehrbücher kommt
o Wissen ist nicht Allgemeingut
o Wissen ist kulturelles Kapital
Wissen muss:
· anlocken können
· Relevanz haben
· anschaulich sein “übersetzen“
Wissenspolitik
· Wissenspolitik muss für jeden verständlich sein
· Wissenspolitik muss Verantwortung zulassen und fordern
· (Wissens-) Politik beschäftigt sich derzeit mit Vergangenem und aktuellen Themen und NICHT mit der Zukunft
Vielfalt
· Vielfalt zulassen! – Mich für Vielfalt beflügeln!
Zugang zu Wissen
· Jeder muss Zugang haben zu Wissen
Kommunikation
· Offene Datenpolitik
- Open (Gov.) Data
- Transparenz
· Wie stimuliert man öffentliche Diskusionen?
· Kein “Gutmenschen“ Ansatz -> Partizipativen Ansatz gut kommunizieren
· Umgang mit Medien – mediale Verantwortung
· Faktenfindung statt Wertung
Partnerschaft:
· social - media /network
· Ethik (!)
· Wissensfilter / Wissenswahrheit
· Vertrauen
Partnerschaft als Grundlage um Wissen produktiv zu machen -> Wertschöpfung -> Wertschätzung
Werte -> Für wen? Welche Werte?
· Partnerschaftsaustausch
Regeln für Geben und nehmen
Respekt, Wertschätzung, Vielfalt Kulturen – Wissen anderer Kulturen
Leben transformieren in die Wirklichkeit
Anregungen und Fragen:
· Begriffe (Standortpolitik)
· Normativ VS. Entwicklungsprozess
· Offene VS. Geschlossene Ökonomien, Gesellschaften
· Rechtlich? Patente, Lizenzen, Eigentumsrechte,….
· Übergänge zwischen Ebenen
· Darauf achten, dass alles nicht zu akademisch wird
· Existenz von Wissensfeindlichen Kulturen überdenken
Politik = Transparenz schaffen und “fest“ machen (dokumentieren und verfügbar machen)
· Für wen sind die Grundsätze gemacht?
· Wertmaßstäbe erkennen; Benchmark Möglichkeit
o Kultur
o Religion
· Permanenter Legitimierungsprozess
· Legitimierungsprozesse – Ethik
· Wer kontrolliert den Staat?
· Möglichkeit: Communitytreff für den vorgestellten Prozess
· Wie viele allgemeine Plätze sind zuständig?
· Das Dokument wird abgelehnt! Der Prozess ist manipuliert.
· Ich habe/ will Selbstverantwortung für mein Wissen
· Wissen braucht einen freien Markt